Konzeption unserer Therapie- und Lebensgemeinschaft





Pädagogischer Umgang und Therapie im Beziehungsfeld

Unsere pädagogische Betreuung geht ganz allgemein davon aus, daß es für den autistisch und geistig behinderten Menschen keine bessere Möglichkeit zu leben, als in einer für ihn sicheren und verständnisvollen Beziehung. Es gibt bei allen noch so schwer Behinderten ein Beziehungspotential, daß durch Ängste und Aggressionen verdeckt wird und jenseits von Sprache und herkömmlichen Beziehungsformen zurückgehalten wird. Dieses versteckte Beziehungspotential zu entdecken und zu entwickeln soll die tägliche Aufgabe der Mitarbeiter sein. Wirksamstes pädagogisch therapeutisches Mittel ist die Schaffung eines Beziehungsgeflechtes in dem die Behinderten sich rund um die Uhr von den Mitarbeitern getragen fühlen. Dies gilt vor allem in Krisensituationen in denen wir die betroffenen Menschen nicht in die Psychiatrien abgeben.

Die Mitarbeiter werden im Ablauf des täglichen Lebens und in der Bewältigung des weiteren Lebensplans zu konstanten und langfristigen Begleitern der Betreuten. Die entwicklungspädagogische Wirkung tritt aufgrund einer gelungenen Beziehung Betreuter / Mitarbeiter in Erscheinung, in welcher der Betreute die absolute Gewißheit hat, mit der Hilfe des Betreuers sein gesamtes Leben innerhalb der alltäglichen und existentiellen Bedürfnisse ohne Vernichtungsängste führen zu können. In der Therapie- und Lebensgemeinschaft soll jeder Behinderte trotz andauernder Vernichtungsängste - aufgelöst zu werden, zu verschwinden oder innerlich zu zerbrechen - eine neue und vor allem sichere Lebensform finden. Die Aufgabe der Mitarbeiter ist es, diese irrationalen Phantasien zu erkennen und für ihn zu bewältigen. Auf dieser Grundlage und vor dem Hintergrund von tragenden und sicheren Beziehungen durch ständig in der Einrichtung lebenden Mitarbeiter, sollen dann weitere Entwicklungsschritte ermöglicht werden.




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